Briefmarke regulär

marke

Bild | Veröffentlicht am von | Kommentar hinterlassen

Bei Dichters

bei_dichters

Ankündigung: Aufbauten

Bild | Veröffentlicht am von | Kommentar hinterlassen

Beyond

Ist schon erstaunlich, wie ich mir behelfe, welchen Aufwand ich betreibe, da mir die eine Technik wegzufutschen droht, ich gleich zur nächsten greife, um jene in Worte formulierten Gedanken und Empfindungen, die ich mittels der ersten versuche ins Leben hinein auf Reise zu schicken, mehr noch, versuche es sich dadurch (: durch sie: wie abartig!) vollziehen zu lassen, mein zukünftiges, gar vorgesehenes, vor dem Orkus der ihr, der Technik, innewohnt, zu retten: per Linse. Panoptes liest mit. Hier unten. Schwebt tausendäugig wie ein überdimensionierter Virus über einer namenlosen Wiese. Brainscan means soulscan, scannt meinen Körper, scannt mich. Und dich natürlich. Jetzt gerade, heraus aus dem Jahr, sagen wir mal: 2018: zum Beispiel.

Annielein ging allein in die weite Welt hinein…: jodelt dazu im All, der Saft geht gerade aus, das HALviech, das äußert: Ich habe Angst, Bowman!

 Na fantastisch!

-Ja, das auch. Mindestens.

Wo ist die Zeit hin? Wo ist die Taube und der Brief?

Wo bist du gewesen all die Jahrhunderte?

Brauche unbedingt ein Diktiergerät, Dale Bartholomew Cooper!

Veröffentlicht unter Amantes amentes | Kommentar hinterlassen

Über den Zufall

Die Künste versuchen, den Zufall auf immer neue Weise an einen wichtigen Platz im ästhetischen Gefüge zu stellen, weil sie ihn brauchen. Im Laufe der Geschichte verschiebt er sich sehr deutlich. Im aufklärerischen 18. Jahrhundert befindet er sich noch immer außerhalb des Ästhetischen, und lieferte einen Stoff, mit dem die Literatur hantiert, um bewußte Absichten zu realisieren.
Wenn dagegen zu Beginn des 20. Jahrhunderts Tristan Tzara im Cabaret Voltaire aus seinen Taschen willkürlich hervorgezogene Zettel als Gedichte präsentiert oder wenn Hans Arp Gedichte zerreißt und auf den Boden wirft um und die so hergestellte neue Anordnung der Worte dann als das eigentliche Gedicht rezitiert, dann ist damit der Zufall in die literarische Produktion hineingewandert.
Ist in der Literatur des 19. Jahrhunderts der Zufall immer noch ein Motiv, ein Ereignis der Geschichte, das erzählt wird, so wird er im 20. zum Verfahren. Zufällige Strategien bestimmen zunehmend die Reihenfolge des Erzählten oder generell die ästhetischen Verhältnisse.
Marcel Duchamp irritierte sinnliche Wahrnehmung wie logische Rahmung gleichermaßen. Für Octavio Paz betrieb Duchamp ein Programm der allgemeinen Desorientierung, versuchte systematisch Situationen des Zufalls zu provozieren und im Moment ihres Eintretens zu fixieren, eine an sich schon unmögliche Anstrengung.
Wie läßt sich ein einmaliger, mit keinem anderen vergleichbarer Moment denken? Was wäre diese reine Zeit oder der reine Raum, die nackte Erscheinung, in der oder in dem etwas für ein einziges Mal geschieht? Duchamp will mit seinen immer wieder erzeugten Irritationen für immer die Möglichkeit verlieren, zwei gleichartige Dinge zu unterscheiden oder zu identifizieren
Die einzigen Gesetze, die ihn interessieren, sind die Ausnahmegesetze, die nur in einem bestimmten Fall und bei einer einzigen Gelegenheit gelten. Hier trifft das Spiel auf die seriöse Physik unseres Jahrhunderts, auf die Idee der Singularitäten, die dann auch das Denken der zeitgenössischen Philosophie fasziniert.
Hier wird nichts als der „Kern“ jener Irritation formuliert, die alles Denken in einfachen Identitäten und strikten Ableitungen verstören muß, auf die uns die Künste in dem Moment immer wieder stoßen, wenn sie den Zufall zum Prinzip ihrer Aktivitäten erheben. Die Wahrnehmung rutscht dann in gewisser Weise zwischen die Idee und die Materie, wird zur puren Bewegung auf der Suche nach einer Referenz, einem festen Halt, den es zufälligerweise nun einmal nicht gibt: Woher käme die Gewißheit, daß dieses oder jenes Ereignis einmalig war, ist oder bleibt, wenn nicht aus dem Vergleich, in dem es notgedrungen festgehalten werden muß, bereits verdoppelt wird, die strikte Einmaligkeit verloren hat. Eben in solche unmögliche Situationen führen uns die Künste, in eine ästhetische Differenz, sinnliche Wahrnehmung einer Spannung, die vom bloßen Objekt oder seinem Begriff immer wegführt, ohne die Richtung oder gar das Ziel dieser Bewegung gleich mit anzugeben. Der Zufall bildet nur den virulenten, mal schmerzhaften, mal lustvollen Kern aller Künste, soweit sie sich nicht nur von Können ableiten. Übrigens immer schon. Nur das Bewußtsein und die Anwendungen dieses Bewußtseins in der ästhetischen Praxis sind von Mallarmé über Duchamp zum Sampling weiter ausgebaut worden.
Die Behauptung, der ästhetische sei ein sehr besonderer Zufall, wird ja nur im Vergleich mit Zufallsvorstellungen und -begriffen in anderen Disziplinen evident werden können.
Daher beginnt die Auseinandersetzung mit den Naturwissenschaften. Dort schien es über Jahrhunderte sehr einfach: Den Zufall gab es nicht, durfte es nicht geben, die Newtonsche Physik ist geradezu als Abwehrprojekt gegen jede auch noch so winzige Einbruchstelle des Zufalls in die determinierten Bewegungen der Natur konzipiert. Mit Boltzmann, dann mit Planck, Heisenberg, neuerlich mit der sogenannten Chaosforschung ist der Zufall an durchaus entscheidende Stellen zurückgekehrt.
Insbesondere ist der Zufall nicht vom Ergebnis komplizierter, aber dennoch berechenbarer und determinierter Prozesse unterscheidbar. So findet der Universalienstreit eine überraschende (aber keineswegs zufällige) Fortsetzung. Denn ob ein objektiver Zufall real existiert, oder ob der objektive Zufall nur eine Frage des Sprachgebrauchs ist, bleibt mathematisch ebensowenig entscheidbar wie die Frage nach der Existenz des freien Willens. Auch aus der mathematischen Perspektive entsteht der Zufall erst in den Köpfen seiner Beobachter.
Dies bildet eine bedenkenswerte Folie für die weiteren, eher historisch, an bestimmten Epochen und mit der Positionierung des Zufalls eng verbundenen Epochenumbrüchen orientierten Darstellungen.
Über Jahrhunderte versucht die Literatur solche Vermittlungen, möchte den Zufall in eine objektive Ordnung einbinden, schlägt ästhetische Konstruktionen der strukturellen Überwindung alltäglicher Unfälle oder natürlicher Zufälle vor.

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Nigredo#02

Heute morgen erwacht und, zum ersten Mal seit langem, noch ein klares Echo des letzten Traumes gehabt: oder nur einer Szene daraus. :: Ich habe eine Edition vor mir, aufgeschlagen (eine aus dem eigenen Haus?), der blaugraue Schutzumschlag erinnert mich unwillkürlich an Thomas Brasch. Ich blättere und erkenne, dass es ein Faksimile sein muss. Faksimile von mit Kugelschreiber verfassten Einträgen, sehr undeutlich, hastig. Verschiedene Farben auf einer Seite, als wäre dem Autor nach ein, zwei Notaten jeweils die Tintenpaste ausgegangen. Manches konnte ich entziffern, hatte im Wachen aber keine Erinnerung mehr daran. „Wer macht so ein Buch?“ musste ich unwillkürlich denken, „– heute noch.“ (Als hätte mir persönlich jemand solch ein wahnwitziges Angebot unterbreitet.)

Kuli_schwarz

Stumm seit einem halben Jahr, scheint mir diese Lappalie das erste Ereignis zu sein, dass sich für aiga & hybris lohnt. Was gab es dazwischen? :: Eine Beerdigung – einen Leichenschmaus – Kümmern um die mehr oder minder kleinen Neffen (die Neffen, wohlgemerkt, denn die Schwägerin-Witwe ist vor allem letzteres und damit „draußen“ (wo kommt nur diese hartnäckige Praxis her, Witwen als Parias zu behandeln (vom Dorf?))) – subjektiv keine Zeit für irgendetwas, das ich mein Eigenes nennen könnte, während die Frau zum Italienischkurs ging (denselben seit 10 Jahren – viel Gerede über die S.-W. (nur einen Monat dauerte es, bis – ich hatte schon darauf gewartet – die Frau beim Frühstück mit spitzem Blick bemerkte: „die armen Jungs; sie hätte sich ja anders entscheiden können, dann wäre vielleicht…“ (Anspielung auf die Intensivstation – Brechreiz meinerseits)) – Arbeitarbeitarbeit, also: Kramkramkram – zuletzt Krankheit:: Bronchitis und Sinusitits halten mich von der Arbeit und die Frau von mir fern („Sofaquarantäne“ – ich, versteht sich).

Und so sieht nur der Mikrokosmos des eigenen kleinen Daseins aus. Wer auf den Makrokosmos schaut, etwa ein Europa, in dem es über die letzten sechs Monate an allen Ecken gebrannt, gebröckelt, geputscht und gehetzt hat, der muss an Korrespondenzen glauben.

… Doch da ist er wieder, der Schreibdrang.

Veröffentlicht unter Druckschwarz | Kommentar hinterlassen

Hallo lulu,

ich bin wieder da. Und bei Kräften. Ich weiß, du hast mich vermisst, meine Saugfischin, und immer wieder rumgekruscht.

IMG_9324

Und ja, ich habe sie ausprobiert: Die Aigaverschwundenheitsmaschine, wie du sie nennst. Das gefällt mir. Sie funzt. Steig´ ein und verschwinde! Nur bei dir offenbar nicht. ´s babbt, sagt J. immer und wedelt mit einem ihrer Stofftiere. Ein weiterer, recht häufiger Ausspruch von ihr ist: Freund Freund Freund! Muss ich jetzt immer an dich denken, du Stofftier. Auf jeden Fall bin ich wieder auf einem aufsteigenden Ast (als Astreiterin). War über eine Woche lang in einem viralen Cocon aus Schleim gefangen, in dem ich mich durch die Weltgeschichte geschleppt habe. J. ist in meinem Alter und lebt in einem Kuckucksnest, in dem ich nun seit einem Monat arbeite. Nahe an einem See gelegen, an dem tatsächlich ein Kuckuck wohnt. Man hört ihn ständig rufen, egal zu welcher Tageszeit:
Kuckuck!
((((Hai))))! -fischfrau
Bin wirklich happy damit und frisch verknallt in 15 „Kuckuckskinder“ unterschiedlichen Alters, die in jeweils sehr eigenen Welten leben. Teilweise schwer zugänglich. Zum ersten Mal habe ich das Gefühl einem Beruf nachzugehen, der mir durchweg Freude bereitet. Das war vorher nicht so. Jetzt weiß ich wenigstens, warum ich müde ins Bett falle. Ach ja, und ich habe etwas Kurioses geträumt: Ich drang in ein Haus ein, um den „Hirschjungen“ zu befreien. Ein Mongole, stellte ich fest. Er sprach nicht, sah dem Treiben eher mit Argwohn zu. Heißt: Ich habe ungefähr 10 Menschen, die ihn gefangen hielten, mit einem Draht den Kopf vom Körper getrennt. Einfach so. Ohne mit der Wimper zu zucken (was mich allerdings im Wachzustand durchaus zucken lässt, denn auch im Traum nahm ich mich nicht als kalten Menschen wahr: also nicht anders als sonst). Als wäre ich eine Art alleinige SWAT-Einheit (irgendwie peinlich). Special weapons and tactics. Lach! Ehrlich gesagt, ich weiß nicht so genau, was die Action soll (woher sie kommt, ist was anderes), warum mein Unterbewusstsein meine Kampfmieze lädt. Naja, der Traum ging noch weiter: Ich wollte gerade mit dem Jungen das Haus verlassen, da sah ich einen vorauslaufenden Schatten über die Türschwelle gleiten. Ich versteckte mich wieder ums Eck, der Hirschjunge hinter mir. Ich hoffte, dass er ruhig bleiben würde, uns beide nicht zu verraten. Das blieb er auch. Ich kann gar nicht genau sagen, was da auf uns zukam, ich wusste nur, es war uralt und ich hörte, dass es lahmte. Wachte aber auf, bevor ich es zu Gesicht bekam. Das Interessante jedoch ist, mir war sofort klar, das würde nicht so einfach werden. Empfand es als etwas Kraftvolles, Wendiges (trotz dessen, dass es lahmte). Etwas, das zigfach mehr Kraft hatte als ich. In jeglicher Weise.
Schade bei solchen Träumen ist nur, diesen Urweltenwesen oder -kräften nie gegenüberzustehen. Stets aufzuwachen, bevor sie mich sehen oder ich sie. Es ist immer nur eine gegenseitige Wahrnahme der Anwesenheit. Ein Ablauf von Zeit. Hin auf etwas Unvermeidliches. Ein Kurz-Bevor. Andererseits, ich habe den Hirschjungen gesehen. So hat ihn mein Unterbewusstsein benannt. Im Gameplay wäre er wohl die Prinzessin, die vom Endgegner gefangen gehalten wird. Oh Diane, ich hab´s weiter pervertiert.
Wer weiß, vielleicht war es der von den Hunden, die ich getötet habe, gehetzte und gerissene Hirsch. In Menschengestalt. Genommen vom Schatten.
Träumst du, lu?
(P.S. Überlege dir doch schon einmal, warum die Kombi: obenrum Schwein, untenrum Engel nicht sehr lebenskonstituierend ist. Die umgekehte Variante, das verrate ich dir schon mal, ist auch nix. Um losen Cock-&-Muschi-Konsum geht es dabei nicht. Rauch´ deine puppstrings und versuche alles als ein Loft wahrzunehmen. Bewusstsein an vorderster Front natürlich. Klar! Dein Schiffchen, deinen Körper solltest du allerdings mitbedenken und was er fürs Bewusstsein bedeutet. Körper ist Seele. Jedenfalls behaupte ich das. Aber du kannst natürlich auch Margie befragen. yer best. yer black pearl.
Es ist und bleibt doch dein derzeitiges (ein Jahrzehnt) Überlebenskonzept, das sich als Konsequenz aus deiner bisherigen Biographie ergibt, es so zu halten, wie du es schaffst dich eben durchzubringen. Für mich in Ordnung. Nur vergesse nicht, es ist deines. Offenheit, Francis, sie vor allem mal durch- und aushalten. Auch in deinem Korsett (nette Vorstellung). Und ich schau dir dabei zu.
Schaffst du das?
Erklär´ mir dein „Kranksein“. Und ja, ich weiß, dass du der Meinung bist, alles ist krank, der Mensch ist krank. Auch ich empfinde Ekel vor Verhaltensweisen, verstehe also durchaus, was du meinst. Dennoch ist das eine arg faule Aussage von dir.)
Veröffentlicht unter Animalische Geister | 22 Kommentare

Halb Verwildertes

Beil versehrt Wald,
Alb versehrt Wilde.
Wehe verdarb still.
Bald verweilt sehr.
Weib, der Vers hallt!
Adverb wellt Hirse.
Verbalwehr. Distel-
salbe, wild verehrt.
Lid verweht lesbar.
Ihr Weltverse, bald!
Vlies der Wehr labt
Halbwild. Teervers.
Wald. Sehr verliebt
verwildert es halb.
Veröffentlicht unter Anagramme | Kommentar hinterlassen