Ab jetzt: druckschwarz

druckschwarz, adj., arch.; sekundäre positivbildung z. komparativ „druckerschwärze“; zugehöriger superlativ „druckersteschwärzeste“ nicht belegt.

(Jodokus Freyscherl: Handbuch vergessener Druckersprachen. Reprint Netherhoughton 1979)

Als die rote Bastardin mich fragte, ob ich etwa zu ihren Aiga & Hybris beisteuern möchte, musste ich erst einmal nachdenken, was ich denn überhaupt hinzutun könnte. Es müsste schon eine gewisse Regelmäßigkeit haben, denn ich neige zur Vielbeschäftigung; herber gesagt: zum Verzetteln. Und ich wollte nicht, dass meine Zusage zu den vielen zählen würde, die mit guten Absichten aber chaotischer Umsetzung kombiniert waren und schließlich ganz im Sande verliefen. — Ein Tagebuch wäre doch geeignet, so dachte ich, es weist eine gewisse aber nicht zu strenge Regelmäßigkeit auf, die mich mahnen würde, mein Mitwirken an dem hybriden Unternehmen nicht einzustellen. Doch ist mein Leben insgesamt zu ereignislos, um dauerhaft eine Serie von veröffentlichten Texten mit Inhalt füllen zu können. Ich glaube, dass es den meisten Menschen ebenso geht und dass sich aus diesem Grund viele Blogs so langweilig lesen lassen. In diese Richtung geht es also nicht weiter.

Aber über meine Lese-Erlebnisse könnte ich doch schreiben. Gar nicht als Kritiker oder rezensierender Konkurrent des Bücherbloggers, sondern eherst einmal für mich selbst. Denn wie oft geschieht es, dass ich ein Buch mit begeisterten oder betroffenen oder zumindest gemischten Reaktionen zuschlage und mir dringend über den einen oder anderen Aspekt Gedanken machen, ja diese oder jene Stelle noch einmal lesen möchte — bevor mich der Schlaf übermannt, den sodann der morgendliche Wecker ebenso ausläutet wie meinen guten Vorsatz. Also schreibe ich regelmäßig ein Lektüre-Journal: druckschwarz; nur über Freizeitlektüre. Was ich bei der Arbeit so lesen muss, ist wirklich nicht der Rede wert. Vielleicht ist es das, was ich privat lese, auch nicht, aber zumindest könnte ich (wenn die Bastardin mich nicht ausweist) in einem Jahr bei mir selbst nachsehen, welche Bücher ich denn ein Jahr zuvor besonders gut oder besonders schlecht fand. Der Gedanke reizt mich.

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