Melville#Pierre#02

Dieser Roman wird immer merkwürdiger. Vielleicht hat mich die leichte, romantisch-enthusiastische Sprache, die zum Teil den Verdacht in mir weckte, sie wollte die herzallerliebste Handlung um den Bilderbuch-Südstaaten-Jüngling Pierre Glendinning in satirisches Licht tauchen, schlichtweg auf die falsche Fährte gelockt.

Der Knoten des Geschehens schürzt sich nun so langsam: Im dritten Buch(!), „Vorahnung und Bestätigung“, wird gewissermaßen eine viktorianischen Romanhandlung eingebaut, indem ein Brief von einer angeblichen leiblichen (wohl Halb-)Schwester an Pierre auftaucht, dessen Welt- und Familienbild verständlicherweise wankt. Der Leser ahnt, dass es sich um die junge Dame mit dem olivenfarbenen Antlitz handeln muss, die bei den ebenso tauben wir klatschsüchtigen Miss Pennies (auch diese beiden ein Victorian detail) in Ohnmacht fiel, als Mutter und Sohn Glendinning eintrafen.

melvillepierresendak_5Gespannt bin ich jetzt, wie es weitergeht, denn nur damit werde ich mich heute noch befassen.

[Die Abbildung ist eine von Maurice Sendaks Illustrationen zur sog. „Kraken Edition“ von Melvilles Pierre. Das Copyright liegt bei ihm und Harper Collins. Siehe auch >> dort.]

.

<< Melville#Pierre#01

>> Melville#Pierre#03

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Druckschwarz veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s