Warum ich heute dachte, es wäre wirklich schön eine Eichkatze zu sein:

Sie arbeiten für ihr Geld, bezahlen ihre Miete, ihr Auto, ernähren ihre Kinder. Sie haben es sich verdient Kontrolle über ihr Geld zu haben.
So oder so ähnlich lautete eine Werbung irgendeiner Bank. Im Wortlaut vielleicht nicht genau wiedergegeben. Sinngemäß jedoch genau das, sonst hätte ich es nicht wahrgenommen. Ja danke, lieber nicht. Denn wer das glaubt, wird selig. Und fleißdumm. Desweiteren fielen mir dazu noch zitierte Worte eines Chefs bei einer Mitarbeiterkonferenz ein, die ich vor Jahren einmal im Radio zum Thema Bossing hörte:
Ich werde Sie in einer Schnelligkeit über den Tisch ziehen, dass Sie die Reibungswärme, die dabei entsteht, für Nestwärme halten werden.
Wahrscheinlich sponsored by Nestle.
Wer würde sich an so einen Hardcoretisch setzen?
Vermutlich die Nachwuchsakademiker, die heute nicht mehr zum Studierenden werden können weil sie unwissend hereinstolpern und in schnellstmöglicher Zeit durchgezogen werden müssen, vom an die Kandare genommenen Lehrkörper, der sich mächtig verteidigen und rechtfertigen muss, wenn sie es nicht sind. Durch! Völlig durch für den Markt. Um die oben genannte Reibungswärme spüren zu dürfen. Nix dürfen die ausprobieren.
Wie heißt solch ein Angebot? Ja danke, Aikmaier, für Aufklärung! Niedrigschwelliges. Ein recht dümmliches in diesem Kontext. Schneller und erleichterter Zugang zu Unclesamtischen. Der Tisch will dich. Armer benutzter Uncle Sam.
So jedenfalls kam es, dass ich heute bemerkte, wie der Wunsch in mir aufkeimt als blonde Eichkatze in einem Baumstamm wohnen zu wollen und John Coltrane zu hören. Und nur davon will ich eigentlich erzählen. Denn vielleicht gibt es das irgendwann. Häuser, in die man geht, um einen Termin auszumachen, um in ihnen zu sterben. Frei nach dem Film Soylent Green.
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7 Antworten zu Warum ich heute dachte, es wäre wirklich schön eine Eichkatze zu sein:

  1. Aikmaier schreibt:

    wie, bastardin? — coltrane hören und sterben? hmm, gibt schlimmeres… aber: piano, piano, bitte.

    und wofür danke? dass ich welt- und menschenhass gesät habe? na, danke meinerseits. da muss ich schnell gegensteuern und dir verraten: es gibt noch knicke, falten und nischen im system. in denen hocken ein paar freischärler (mit betonung auf der ersten silbe!) und wühlen im geheimen gegen das ganze „schnell, schnell, schnell“. sie heben die niedrigen schwellen unmerklich an… sie kleben den mitarbeitern streichholzbriefchen auf den bauch, damit beim nächsten über’n-tisch-ziehen die ganze chose in flammen aufgeht. so!

    und im betrieb klettern sie vielleicht nicht besonders weit nach oben, aber sie hangeln sich durch, wie ’ne eichkatze eben, ob blond, ob braun, ob kahl.

    ¡Venceremos!

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  2. rotebastardin schreibt:

    Nein, lieber Coltrane hören und hören. Und Nüsse knacken.

    Ich weiß, dass du kein Saatmann (zumindest nicht so einer!) oder Rekrutierer bist. Du musst Spagatmann sein. Spagatmänner und Spagatfrauen. Das zieht natürlich erst einmal, wenn man nicht geschmeidig oder aufgewärmt ist. Aber aus der Position kannst du deine Lichter in die Ecken der Halle der Gesamtheit werfen. Guter Morgensport wäre das. Dann erst wird gehangelt und geklebt.

    Ob blond, ob rot, ob braun … egal. Es lodert. Das lodernde Haar.

    Kahl ist nur schön, weil ich glaube, ich würde mir andauernd an den nackten Kopf fassen wollen.

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  3. Aikmaier schreibt:

    naja, bastardin,
    was man ist, ob spagat oder spargel, weiß man immer erst hinterher (also dann: was man war).
    einige glatzköpfe in meiner umgebung bauen übrigens darauf, dass die kahle platte junge hübsche frauen zum anfassen verführt… laut yul brynner und telly savalas soll es ja funktionieren.

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  4. rotebastardin schreibt:

    hallo baby lu

    zitierte exakt

    der Exakt, lu, ist immer hart,
    die Droge muss weich sein,
    weich wie Frau

    gerade vorort, lu

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  5. perkampus schreibt:

    Jetzt hat schließlich jeder den Trane eingebaut.

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