Halbe

Mit halbem Mund küsste ich dich.
Leckte dich mit halber Zunge.
Als halbe Frau.
Wie auch du mich mit halbem Mund küsstest,
mich lecktest, mit halber Zunge.
Als halber Mann.
Wenn es dir gut tat, dann ist es gut,
gut für dich, dass wir Halbe füreinander waren.
Waren, was die Welt uns sein ließ.
Wie der Mensch sie sein lässt. So konnten wir darin,
wie wir es nur konnten, und nicht immer können.
Ich hätte dich gern mit meinem ganzen Mund geküsst.
Dich mit meiner ganzen Zunge geleckt.
Konnte ich nicht, obwohl ich wollte.
Behütet sei meine Zunge, denn ich will sagen:
Ich hätte es gewagt, dir das zu tun.
Als ganze Frau.
Doch ich war es nicht. War nicht ganz. War es nur einmal.
War es da draußen, als wir nebeneinanderher liefen.
Da hörte ich uns zu. Mit beiden Ohren.
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4 Antworten zu Halbe

  1. Beckmesser schreibt:

    Gar keine halbe Sache, dieses Gedicht.
    Aber:
    Soll Vers 8 nun eine Frage sein oder nicht?

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  2. rotebastardin schreibt:

    Nein, keine Frage. Eher ein Résumé. Doch die Frage nach der Frage ist berechtigt. Aber nicht immer muss man fragen. Sich selbst Antwort geben. Manchmal reicht auch das.

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  3. Beckmesser schreibt:

    Aber in dem Fall antworte ich nochmal:
    Wenn es keine Frage ist, dann kann „Ist es“ vor dem „gut für dich“ weg.

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  4. rotebastardin schreibt:

    Gut!

    P.S.-Nachtrag: Halb kann ich nicht wollen, halb bringt mich um.

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