Chimäre Ich

Ich habe nur, was ich kann. Bringe mit, wie ich atme. Sonst nichts. Habe nicht einmal mich. Niemand hat irgendetwas. Ich bin absichtslos. Ich habe Bedürfnisse, Sehnsüchte, Ängste und Freuden. Ich habe ein Bild von mir. Das Bild bin nicht ich. Das ist jemand, den ich annehme für mich, und das tue ich nur, weil es jemand anderen gibt, der nicht ich ist, der mir Spiegel ist, dem ich Spiegel bin, der nicht nur sich mitbringt, sondern auch diesen Menschen, den er sieht, wenn er auf mich reagiert. So bin ich etwas, was ich nicht bin. Bin eine Chimäre. Für mich und den Anderen. Nichts sonst. Habe nur das. Weil ich sie sehe durch dich. Siehst deine durch mich. Doch ist eine Chimäre immer eine Chimäre. Der Wunsch eines Werdens, einer durch Austausch erzeugten Annahme von mir. Das ist es, was ich kann, und ich kann es auch nur durch dich, durch deine, die ich sehe, deiner nicht gleich. So habe ich nichts. Habe eine Annahme, habe ein Bild von mir. Meine Bedürfnisse, Sehnsüchte, Ängste und Freuden inkarnieren es.

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Habe nichts. Nicht einmal mich. Nur das: Den Wunsch eines Werdens. Das könnte eine Absicht sein, die ich doch nicht haben kann, denn: Die Illusion ist, so sagte Aragon es schon, das Fleisch auf den Dingen. Und so werde ich niemals ganz werden, was ich für mich annehme, sein will. Ich würde zu einer Illusion, in der sich meine Seele löst, wieder einswird mit dem Universum, weil alle meine Bedürfnisse, Sehnsüchte, Ängste und Freuden dann nicht mehr sind. Ich wäre die Ausgeburt meiner Phantasie. Wäre eine Erdichtung. Wäre eins mit dem Universum, wäre Alles und wäre gleichzeitig nicht. Ich wäre wohl heil. Wäre.
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22 Antworten zu Chimäre Ich

  1. Nymphenbad schreibt:

    Mag man sich an einen Aspekt erinnern, der, als er noch unverschüttet unser Wesen ausmachte, aufstieg und sich nicht besänftigen ließ: die Heimlichkeit des eigenen unfaßbaren Rätsels. Man ist sich als Kind der höchste Philosoph, der mit den Dingen ringt, selbst diese Dinge wird anstatt sie nur zu greifen und zu untersuchen, wie es die spätere angelernte Distanz fälschlicherweise eine objektive Herangehensweise nennt.
    Die Menschheit – und wir scheinen viel mit ihr zu tun zu haben – wurde ernüchtert. Nur ich selbst bleibe betrunken, wie es die Götter allzeit gewesen.
    Das Unglück ach so vieler liegt an der Unfähigkeit, sich zu verweigern. Stattdessen geben sie ihr Fleisch dem Reißwolf der Konvention. Aber das Ringelreihen im Hain, wo wir liegen könnten neben den Weinquellen, der Duft unseres Schweißes, der epikureische Garten – scheint mir nach allem, was ich bereits angeschaut, das einzige Ziel zu sein. Nur im Liebesspiel können sich die Momente konservieren, nur darin werden sie unvergänglich sein. Ich erkenne nirgendwo, daß man die Welt entzaubert hätte. Die Brunnen sind gefüllt wie auch die Tassen, die Herzen schwellen an vom prallen Blut, ein Blick treibt alle Wolken aus dem Blau. Statt Nicht-Ich: Du.

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  2. rotebastardin schreibt:

    Habe vor mir zwei Tassen stehen und einen Krug. Alle drei Gefäße sind ungleich gefüllt. In einem Gefäß ist Kaffee. In einem ist Tee. Im letzten ist Bier. Von was ist mein Magen am meisten gefüllt? Und von was bin ich besoffen? (Hilfe: Die eine Frage hat mit der anderen nichts zu tun.)

    Kann man das als Replik auf Ihren Kommentar lesen?

    Die Welt ist mir überhaupt nicht entzaubert. Ich weiß auch nicht, wer das könnte. Ich traue es auch nicht der Wissenschaft zu. Projektionen, Imaginationen, Phantasie ist, was wir haben. (Es als solches in einem Text zu benennen, enträtselt nichts.) Nur darin bin ich existent. Bin und bin es auch gleichzeitig nicht. Schwankt zwischen Menschsein und Göttlichem. Unhintergehbares. Ohne Du, kein Ich. Und umgekehrt. Das läuft natürlich über die Schiene Wahrnehmung. Nur durch den Anderen wachse ich, entwickele ich mich, phantasiere ich. Wie wunderbar! Erst das Du, der Andere, gibt mir mein Du, ein Ich, eine wunderbare Annahme, die man für sich gewinnt. In der man nie ganz aufgehen wird, außer in dem, was Sie beschreiben, weil Herz, Seele, Geist, gar das Geschlecht immer in dieses wollen, das Unversehrte, Heile, Einswerdung, Ichauflösung, nur das, sonst nichts. Das wird nie bleibend gelingen und nur deswegen gibt es solche Haine. Und wie Sie wissen, ist auch die Welt der Konsistenz eine, die ich liebe.

    Habe nur das. … Den Wunsch eines Werdens. … Weil ich sie sehe durch dich. … Das ist es, was ich kann, und ich kann es auch nur durch dich, … Ich inkarniere sogar! Würde ich das als etwas Schlechtes empfinden, ich würde jedem Du sagen: Geh weg! Denn immerhin ist das eine Annahme, die ich mache. Etwas, das ich annehme. Wäre dem nicht so, dann würde ich warscheinlich nicht mehr viel sehen. Aber wie das ist, das kann ich nicht beantworten, da ich noch nie für mich allein, ganz ohne den Anderen, versucht habe zu existieren.

    Wäre. Da geht mein Text hin. (Ich wäre wohl heil.) In diesen Moment. Das ist ein absulter Sehnsuchtstext, trotz der Worthülsen. Und dann wieder: Ich. Du, hallo! Deswegen kann ich nie heil bleiben, denn wenn ich da geblieben bin, bin ich weg. Im Grunde will ich natürlich dort bleiben, habe dann auch nichts dagegen weg zu sein, nur weiß ich nicht, wie das gehen soll? Wenn Sie es wissen, teilen Sie es mir mit.

    Herr Nymphenbad, ich bin wohl, liest man meine Texte, die größte Sehnsuchtstussi mit randvollem Herzen, die auf Erden rumgeistert, weil sie allein im Geiste versucht im hl. Hain zu verbleiben. So bin ich vielleicht wirklich auf Erden wie dieser Regengott, also eine Regengöttin, die nicht versteht wieso ihr immer die Regenwolken folgen. Allein deshalb muss ich befürchten, die fangen mich irgendwann weg. Muss wie eine Irre auf die wirken. Die? Wer ist die? Aber immerhin, dadurch, dass sie mir folgen, sind meine Krüge stets voll! Yes!!!

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  3. rotebastardin schreibt:

    Nachtrag, wie so oft:

    Aber ich verstehe Ihren Punkt, das, um was es Ihnen geht. Das ist natürlich eher ein philosophischer Text. Und ja, durchaus, sind das nüchterne Worte. Worte wie: Illusion, Freude, Angst, Absicht, Bedürfnisse, etc. Und solche Hülsenworte machen auch keine besondere Sprache aus. Sprache kann Menschwerdung bedeuten, wenn man sich ihr bewusst ist, und indem man sie verwendet. Spricht. Schreibt. Scheiße, jedes Kind sollte mehrsprachig aufwachsen. Denen fällt das auch noch leicht. Was das bedeuten würde, allein was Sprachbarrieren betrifft, den sog. Fremden, den sog. Ausländer!!! Erst durch Sprache verstehe ich. Einer meiner ersten Sentences hier auf Aiga und Hybris lautet: >>Als die Sprache des Anderen auch meine wurde, fand ich andere Worte.<<

    Ich könnte natürlich, anstatt diese Hülsenworte zu verwenden, auch einfach versuchen sie „aufzufüllen“. Nehme das Hülsenwort Angst: Ich könnte sie beschreiben, eine Welt hinein geben. Oder gar den Hain lebendig werden lassen im Text. Eine Chimäre entwerfen. Es wäre dann eine andere Textform. Ein Textbeispiel dafür wäre z.B. dieser Text von mir: Imagination (Und noch viele andere Texte.). Nur der Titel ist Worthülse, der Text füllt sie. Ihre Chimären sind ebenso ein Beispiel.

    Mir selbst liegt an solchen mehr als an diesem Text hier. Völlig klar. Aber ich lese ihn trotz der „objektiven“ Benennung, der Worthülsen, nicht nüchtern. Philosophie ist mir nicht nüchtern.

    Dass der Mensch auch auf diese Art philosophiert, mit „Objektivität“ und „Nüchternheit“, vor allem der Erwachsene, der entzauberte, durch was auch immer er es ist, und seien es seine Erfahrungswerte, die er für sich als negative erfuhr, ist, denke ich, normal. Ist Versuch zu verstehen. Und sicher ist das immer mehr Behelf als zu spielen, zu imaginieren, zu spinnen. Nur in solchen Texten, in denen ich das tue, weil sie darüber entstehen, dass ich ich spiele, spinne, imaginiere, bin ich. Und dass jeder Mensch spielen sollte, auch wenn er dem Spielkindalter entwachsen ist, weil er dadurch Welt begreift, das habe ich schon x Mal, irgendwo in der Dschungel, in Worten hinterlassen. So ist dieser Text auch ein Versuch von mir. Er ist eine Reaktion auf etwas, das hier nicht steht. Weil wir, wenn kein konkretes Du dir gegenübersitzt, um das es aber gerade geht, das als Behelf nehmen. Das war mein Behelf für etwas, dass ich hier nicht ausführen kann, weil das Gegenüberdu mir gerade nicht gegenübersitzt, damit ich zum wahren Philosophen regresse. Ich kann das natürlich auch für mich allein. Nur eben gerade nicht.

    Ich ziehe natürlich das Kind, den wahren Philosophen, vor. Einer, der schweben kann. Sich in der Luft halten. Das alle Kräfte und Fähigkeiten hat, auf die es Bock hat! Den Apfel hoch werfen, ihn dort essen, einen Teil ausspucken, und nen ganzen Baum wachsen sehen, der rankt und rankt, wie es dem Philosophen passt, sich ein Baumhaus zu entwerfen, entstehen zu lassen. Kleiner großer Archtiktekt.

    Und gerade weil das Kind einem hops geht, immer wieder als Erwachsener, weil eben diese besagten Mechanismen greifen, schaue ich sie mir an. Das muss ich muss sogar, um zu versuchen, sie zu verstehen, um Wege zu finden, sie nicht greifen zu lassen, soweit das möglich ist.

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  4. Nymphenbad schreibt:

    Die „Erfindung“ ist einerseits ein Bruch, andererseits etwas, das einen kleinen, engstirnigen, uneingestandenen Anfang besitzt. Der Erhabenheit des Ursprungs ist daher nach guter historischer Methode die unsägliche Kleinheit dieser Fabrikationen, dieser Erfindungen entgegenzusetzen. Die Erkenntnis ist erfunden worden = sie ist kein Bestandteil der menschlichen Natur, nicht der älteste Trieb des Menschen; sie ist nicht keimhaft in seinem Verhalten, seinen Strebungen und Trieben. Die Erkenntnis ist das Ergebnis der Konfrontation und der Verbindung des Kampfes und des Kompromisses zwischen den Trieben. Weil die Triebe aufeinander stoßen, miteinander kämpfen und schließlich zu einem Kompromiss gelangen, entsteht etwas. Und dieses Etwas ist die Erkenntnis. Sie gleicht dem Funken zwischen zwei Schwertern, der ja auch selbst nicht aus Eisen ist. Es gibt keine vorgängige Übereinstimmung oder Affinität zwischen der Erkenntnis und den zu erkennenden Dingen. Das ist der große Bruch mit der Tradition der abendländischen Philosophie. Der Gesamtcharakter der Welt ist Chaos, nicht im Sinne einer fehlenden Notwendigkeit, sondern der fehlenden Ordnung, Gliederung, Form, Schönheit, Weisheit. Die Welt versucht keineswegs, den Menschen nachzuahmen; sie kennt keinerlei Gesetz. Die Erkenntnis hat mit dieser Welt zu kämpfen. Für die Natur ist es keineswegs natürlich, erkannt zu werden. Erkenntnis kann den zu erkennenden Dingen nur Gewalt antun.

    Und, Bastardin? Kann man DAS als Replik auf Ihren Text lesen?

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  5. rotebastardin schreibt:

    Ja, völlig! Brauche aber bis ich nachsetzen kann. Muss kurz weg. Kühlschrank ist leer.

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  6. rotebastardin schreibt:

    Ich muss gerade etwas nachfragen. Ihr erster Kommentar unter meinen Text, ist er einfach assoziotiv dazu gestellt? Oder war es eine Replik, die solch eine Textform ablehnt? Ich lese Ihren Kommentar gerade anders als gestern.

    Insofern hätte ich ein Missverständnis in diesen Dialog eingebaut. Können wir aber auch weiter erhalten. Wo es hinführt, weiß ich nicht. Womöglich ins Chaos.

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  7. Nymphenbad schreibt:

    Eine Mögliche Antwort ist: ich schreibe gar keine Repliken. Nie.

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    • rotebastardin schreibt:

      Das Wort in seinen Bedeutungen allein macht es nicht möglich.

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      • rotebastardin schreibt:

        Die zu erkennenden Dinge werden durch Erkenntnis nicht erkannt, nein. Dem Chaos mit Ordnungswillen zu begegnen ist wohl auch Hybris, weil ich eben danach ringe: Ordnung, Gliederung, Form, Schönheit, Weisheit. Dass dieses Ringen Schmerz, Qual, Leid bedeutet. All das blößt auf absolut grausame Weise. Erkenntnisse. Wir kommen nicht umhin um sie. Die Erkenntnis über Erkenntnisse kann nur sein, erfahren zu haben, dass auch sie Gewalt in sich bergen und nicht davon entbinden. Chaos zu ordnen ist nicht möglich. Ein Gewaltakt. Ich ringe. Das quält das Ich. Eigentlich mich. Besonders wegen dem Du. Tut auch den zu erkennenden Dingen Gewalt an. Auch ich, ein Mensch, bin Natur. Wie alles, was Natur ist. Alles hat ein Wesen. Was ist damit? Das ist natürlich etwas, das ich annehme. Die zu erkennenden Dinge? Für mich ist das ein Knackpunkt. Die Frage ist, was ist das, und sollte ich mich das überhaupt fragen, wenn es für die Natur keineswegs natürlich ist, erkannt zu werden? Und frage mich sogleich, vielleicht können diese zu erkennenden Dinge nur das sein: Ordnung, Gliederung, Form, Schönheit, Weisheit. Es ist schwierig, dreht sich sehr um diese Worte: zu erkennenden Dinge. Heißt, es trägt die Möglichkeit in sich, sie zu erkennen. Aber eben auch nur durch Gewalt? Versehrtheit? Schmerz?

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  8. Nymphenbad schreibt:

    Zunächst einmal glaube ich nicht, daß es Gliederung, Form, Schönheit, Weisheit usw. gibt. All das wird durch Sprache in die Welt gesetzt, und alles, was durch uns in die Welt gesetzt wird, ist nicht relevant, ist im Grunde nicht da. Das Chaos durch Ordnung fern zu halten ist Natur versus Kultur. Für mich gibt es entweder nur ein ICH oder gar kein ICH. Das mag sich nach Solipsismus anhören, aber das meine ich damit nicht; vielmehr sind wir nicht ‚Eigen‘, wir sind ‚Variation‘. Zum Erkennen: Erkennen – ich spreche jetzt nicht mehr von UNS, sondern lieber von MIR, weil ich über andere biologische Systeme schwer eine Aussage treffen kann – Erkennen also wäre mir nur möglich, wenn ich nicht auf das, was ich erkennen soll, geeicht wäre, oder im besten Fall, wenn ich meinen Wahrnehmungsapparat umprogrammiere. Das kommt der Idee eines ‚kontrollierten Wahnsinns‘ gleich, aber weder läßt sich Wahnsinn wirklich kontrollieren noch wäre eine Kontrolle im Wahnsinn ein Garant für eine Wahrnehmung, die dann in Erkenntnis münden könnte. Klarer formuliert: Drogen erschaffen solche Zustände, Traumata, Schlafentzug, Einsiedelei, verschiedene Meditationstechniken usw. Im Grunde also erkenne ich nur, wenn ich einen Sonderweg einschlage. Daß es ‚zu erkennende Dinge‘ gibt, steht für mich fraglos fest, nur was diese Dinge sind, nicht.

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    • rotebastardin schreibt:

      Darin, dass Sie mir hier Ihr Verständnis von Ich und Welt in schriftlicher Form zu kommunizieren versuchen, das ja ohnehin nur in Ihrem „System“ zu begreifen ist, und von niemandem anderen als Ihnen, sind Sie Maniker (Ansonsten tun Sie es ja eher mit sich, dem Text, Ihrem Werk, und anderen Dichtern und Denkern.).

      Und ich bin Maniker darin, das lesen zu wollen, was Sie da dazugeben, um wiederum etwas dazuzugeben, aus meinem „System“ heraus. Tue das natürlich doch nicht ganz ohne Anbindung an Ihren Text (Ist nichts anderes als in eine Bibliothek zu gehen und in guten Büchern zu lesen. Nur dass ich ein Gegenüber immer vorziehen würde, weil das lebendiger ist.). Durch den Versuch nachvollziehen zu wollen, verstehen zu wollen, weil da dieser Ordnungswille ist, der immer wieder greift. Außer in Träumen vielleicht. Wir sollten uns dort unterhalten oder auch nicht, sollten dort schweigen, oder sonst was tun.

      Wir tun uns beide Gewalt an, das System des Anderen ganz nachvollziehen zu wollen. Allein darin, dass ich für Sie annehmen muss, weil ich das aus meinem „System“ heraus auch so empfinde, dass es auch Ihnen eigentlich müßig sein muss, mir Ihres zu erklären zu versuchen. Selbes gilt für mich. Denn: Ihres bleibt Ihres, meines meines. Ich kann Sie also nie ganz erkennen. Wie Sie mich nicht. Wie denn auch?

      Dass wir es trotzdem versuchen, völlig nachvollziehen wollen, ist in uns angelegt. Ebenso gewaltsame Struktur. Dass wir es tun, hat was mit dem Hain zu tun, den wir annehmen, dass es ihn gibt, weil wir dahin wollen. Wollen. -Auch das wieder irgendwie Gewalt. So stellen wir lieber dazu. Schreiben also keine Replik.

      Drogen. Ja, mit denen ist es möglich. Unter anderem. Ich aber muss leider davon absehen. Schon eine Kanne Kaffee, die ich mir einmal in kürzester Zeit einverleibt hatte, noch zu Schulzeiten, hat mich in einen raumlosen Raum katapultiert, begünstigt davon, dass ich schon zuvor zwei Tage lang nicht geschlafen hatte. Härtere Drogen würden bei mir dafür sorgen, dass ich für immer dort bliebe. Ich wage auch zu bezweifeln, dass es ein schöner Hain für mich wäre. Es wäre ein Hain des Wahnsinns. Ein Albtraumhain. Weiß ich, weil ich damit schon Bekanntschaft gemacht habe.

      Schlafmangel. Den hatte ich gestern. Habe die Nacht zuvor nullnix Stunden geschlafen. Mein Hirn lief auf Hochtouren. Ich dachte: Wahnsinn, wie wahnsinnig! Das hat die Müdigkeit noch vermehrt, verstärkt. Ich bin saufrüh ins Bett gefallen gestern und war froh, diesen bewussten Vorgang des Denkens, im Sinne eines Erkenntnisdenkens, wo eine der anderen folgt, loszuwerden. Habe geträumt, sehr stark, kann´s nicht wiedergeben in Worten, obwohl es noch da ist.

      Bei all dem, was ich hier schreibe, bleibe ich natürlich beim Ich. Auch in der Verwendung des Ichs, sonst wird es schwierig schon im Schreiben, schwierig zu beschreiben und nachzuvollziehen.

      Ach, Solipsismus: nein! Womit ich ihn hiermit für mich abgehandelt hätte. Bin halt egozentrisch. Aber auf ne schöne Duweise. Kommen lassen.

      Eigentlich ist es für jeden egal, was er annimmt, auch für mich, den Anderen dann. Ob ich nun annehme, das Universum ist Chaos oder ob es eine Ordnung hat. Der Ordnungswille gehört in jedem Fall mit in dieses Universum, schlichtweg deswegen, weil der Mensch ihn hat. Weil er Natur ist.

      Ah, ich muss da an so ein starkes Bild denken, das sich vor meinem inneren Auge erzeugt hat, weil ich mal einen Text in der Dschungel las. Ich gebe natürlich nicht einfach den Text wieder, wie er da stand und wohl noch steht, ich gebe stattdessen mein Bild wieder, in meinen Worten, wie es eben entstanden ist, so, wie es sich mir erzeugt hat, weil das Vor:bild da war, das auch nur Nachbild eines Urbildes ist. Was sonst! Es wäre auch zu uninteressant, wäre es deckungsgleich. Wie nun einmal nichts deckungsgleich ist. Bruch mit der Tradition der abendländischen Philosophie. Vielleicht geht es bei diesem Bild auch um Natur vs. Kultur.

      Das Bild:

      Die Natur, ich kann nicht fassen, was sie ist. Ich bin es aber. Die Natur liegt auf dem Boden, der Erde, aber mit dem Gesicht zu ihr. Gebiert, fließt aus. Das kann nicht sein! Denn die Natur ist natürlich kein Körper mit Gesicht, wie ich ihn habe. Und doch hat alles was Natur ist, irgendwie immer ein Gesicht und einen Körper. Selbst etwas, das nicht fassbar ist, hat immer irgendwie einen Körper und ein Gesicht(-er). Phantasie, Gedanken, Bilder. Für mich zumindest. Denn ich bin ja nicht irgendetwas anderes (ein Stein z.B.). So denke ich: Was gewaltsames Bild! Denn der Körper ist ja doch Natur, der da liegt. Ich denke: Was Gewalt für diesen Körper! Ich sehe: Ich drehe mich um, will in den Himmel schauen, weil das schön ist, weil ich ein Mensch bin. Will phantasieren, spielen, und auch kultivieren. Will mein Geschlecht schützen und das des Anderen, des Mannes. Aber nicht vor der Natur, sondern vor lebensfeindlichen Strukturen, die immer etwas mit Unterwerfung zu tun haben. Aber so liegen zu bleiben, das völlig nachvollziehen zu wollen, würde mich vergewaltigen, da es mir ja nicht möglich ist. Wahrscheinlich ebenso grausam, wie eine Vergewaltigung, die durch einen anderen Menschen passiert. Ich will meine eigene Teekultur. Selbstpflege. Kann natürlich auch viel mit Kultur anfangen, die außerhalb meiner vier Wände liegt.

      Nochmal zum Hain: Gestern war er da, für mich zumindest, wenn auch “nur“ in meiner Phantasie. Solange ich einfach nur so vor mich hingedacht habe, im Supermarkt war, ohne mir irgendwelchen Erkenntnissen bewusst zu sein. Was natürlich, da ich es jetzt so formuliere, schon wieder eine Erkenntnis ist. Erzähle es Ihnen dennoch: Während ich dort war, habe ich wiedererwarten also gar nicht so sehr über Erkenntnisse nachgedacht und wie das mit ihnen ist. Ich stand im Supermarkt und dachte: Kein Hain, ein Supermarkt. Eine Erkenntnis natürlich. Habe sie zur gegebenen aber Zeit nicht wahrgenommen, weil ich nicht überlegt habe, ob es eine ist. Ich schaute auf meinem Einkaufszettel, auf dem ich, unter anderem, Tomaten notiert hatte. Betrachtete die Auslage und dachte: Damit muss ich mich wohl zufrieden geben. Dachte an eine Tomate. Hatte eine Vorstellung von einer Tomate, die auf einer beruht, die ich tatsächlich mal gegessen habe, die ich sonst woanders kaufe, weil das eben andere sind, die super schmecken, für mich Tomaten sind. Dachte dann unwillkürlich an den Bauernhof, zu dem ich sonst gehe, um sie zu kaufen. Ich gehe gerne dorthin. Ist kein Supermarkt. Ich dachte an Bauernhöfe. Dachte ans Märkisch-Oderland. An die Häuser dort, an die Höfe. Erinnerungen aus meiner Kindheit. Sehe den Bauernhhof, der mir erster Hain war, wie der Wald, der sich an ihn schloss. Sah mich dort. Aber nicht als Kind. Sah mich, wie ich mich heute sehe: In Latzhose und Gummistiefeln, lächelnd, unversehrt. Dachte: Du. Sah mich auf einem Hof mit Haus, Scheune, Stallungen, anschließendem Garten, wie es all das nicht mehr gibt:

      Hinter meinen Augen

      Dem Erdboden gleichgemacht,
      hieß es. So als wäre man mit
      einer Riesenwalze darüber
      gefahren. Als läge es ganz
      flach dem Himmel zu, liegt es
      nun auf irgendeiner Halde als
      Schutt. Eingerissene Mauern.
      Ziegel. Bruchstücke. Scheiben.

      Hinter meinen Augen verborgen
      steht noch leuchtend der Wald.
      Sich öffnend hinter dem Haus
      das verwehte.

      Der Hain kann nur passieren, man sollte ihn nicht so sehr wollen. Er passiert auf jeden Fall schon einmal in meiner Phantasie, wenn er nicht da ist, wenn ich spinne, es darf, allein weil ich mir sage: Ja, mach! Noch besser, wenn noch jemand sagt: Ja! Los, spinnen Sie, pinnen Sie! Es gibt ihn nur weil es den Anderen gibt. Nicht-Ich: Du. Ich würde lieber ausnahmlos dicht mit Ihnen kommunizieren. Besoffen vom Leben, dicht: durch Dichtung. Ich würde nur noch länger brauchen als Sie. Aber es hetzt ja eigentlich niemand, außer man selbst. Ja. Und es birgt natürlich ebenso Missverständnisse (Auch hier die Frage: Was das überhaupt sein soll, Missverständnisse?). Die aber immer dazugehören, die man sogar weiterlaufen lassen sollte. Insofern war meine gestrige Frage zwar berechtigt aber gleichzeitig auch völlig überflüssig.

      Klar, und beim Liebesspiel passiert er, dann ist man von ihm umgeben. Kommt es zur Polyperversion, dann ist man immer noch in ihm, aber irgendwie auch überall und nirgends.

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  9. Beckmesser schreibt:

    In „pinnen Sie!“ fehlt ein „s“, denke ich.
    Was, bitte, meinen Sie mit „Polyperversion“?

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    • rotebastardin schreibt:

      Hi!

      Ich weiß gar nicht, fehlt da eins? Pinnen ist doch auch gut! Ich habe ne ganze Pinnwand voll gedanklicher Spinnereien und Ideen.

      Hier fehlt bestimmt noch hier und da was im Text. Lektoriere ständig nach, ganz ohne Hoffnung alles zu finden. Ja, eine scheiß Arbeit ist das.

      Polyperversion. Ist zunächst das, was Sie sich darunter vorstellen. Ansonsten: Ichauflösung im Liebesakt. Das, was ich mir zumindest darunter vorstelle. Jetzt gerade.

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  10. Beckmesser schreibt:

    Verzeihen Sie, aber das kommt mir alles zu vage und ungenau daher. „Spinnen“ ist gut, „pinnen“ ist gut, mal so, mal so… Und ist (ernst genommen) eine Pinnwand als Mittel, das Ordnung schafft, nicht irgendwie genau das Gegenteil des „Hains“, in den Sie und Nymphenbad sich hier epikureisch hineinträumen?

    „Das, was Sie sich darunter vorstellen“ dürfte dann auch bei jedem Leser etwas anderes sein, sorry, aber dann muss man keinen Begriff verwenden, der psychiatrisch an „polymorphe Perversion“ erinnert. Dann kann man eigentlich gleich auf Begriffe verzichten.

    Überdies: Hier herrscht Gewalt, Qual und Leid an allen Ecken. Ohne dass ich folgen könnte, warum. Erkennen ist Gewalt, Ordnen ist Gewalt, Schönheit entsteht aus Gewalt. (Ob das Schaffen von etwas Schönem – wenn es denn gelingt – auch Freude bereiten kann, kommt nicht in Betracht?) . Jeden Kommunikation gehe mit Gewalt einher… Puh! Vielleicht sollte man Arten von Gewalt differenzieren. Ganz eklatant Ihr Beispiel vom Stein: Einerseits soll alles Natürliche „irgendwie“ ein Gesicht haben. Andererseits liegt der Stein (nun gesichtslos?) herum. Und das soll ihm auch noch Gewalt antun?! (Wer sagt Ihnen denn, das Bild weitergeführt, dass der Stein nicht mit dem Gesicht nach oben liegt und tausend Jahre lang in den Himmel träumt, während wir, Sie und ich, unser hektisches Leben führen?) Aber es kommt schlimmer:

    Aber so liegen zu bleiben, das völlig nachvollziehen zu wollen, würde mich vergewaltigen, da es mir ja nicht möglich ist. Wahrscheinlich ebenso grausam, wie eine Vergewaltigung, die durch einen anderen Menschen passiert.

    Wie bitte? Haben Sie schonmal mit einer Vergewaltigten gesprochen? Manche wünschte sich, zum Stein werden zu können. Das ist pardon, gedanklicher Unfug!

    Warum tun Sie das? Warum versuchen Sie sich an theoretischer Prosa, wenn doch Ihre Sprache immer ins Offene drängt (s.o. meinen Beginn)? Ganz klar zeigt das Ihr letzter längerer Kommentar: „Hinter meinen Augen“ sagt mit wenigen Worten viel, gibt zu denken, weist über den Textkörper hinaus. Alles drumherum sagt – gemessen an den vielen Worten, die Sie brauchen – deutlich weniger.

    All das führt mich zu zwei Vermutungen, die einander teils ausschließen:
    (1) Sie führen hier einen für Außenstehenden eher kryptisches Gespräch mit Nymphenbad. Frage: Warum tun Sie das öffentlich?
    (2) Sie wollen literarisch einen anderen Weg einschlagen, einen eher zerebralen, der begrifflich theoretisiert statt sprachlich auszudrücken. Meine Einschätzung: Das ist nicht Ihr Weg. Bleiben Sie lyrisch (auch in der Prosa)!

    NB: Ich schreibe dies, zugegeben, weil ich mich über Einzelnes, was ich oben gelesen habe, ärgere; aber mehr noch, weil ich generell schätze, was Sie schreiben. Schon schätze, seit ich sie in Herbsts Dschungel lesen konnte. Ich will Sie nicht persönlich verletzen, muss aber offen sagen, was meine Eindrücke sind. Das glaube ich Ihren Texten zu schulden. Sie (und sicher auch Nymphenbad) werden nicht meiner Meinung sein. Aber ich verteidige sie gern. Nur, bitte, weniger wolkig.

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  11. rotebastardin schreibt:

    Pinnen. Was hat das mit mal so, mal so zu tun? Eine Pinnwand ist Gedächtnis. Notieren Sie sich keine Ideen, die Ihnen gefallen? Wieso überhaupt muss ich mich da für eines entscheiden? Ordnung vs. Hain? Verstehe ich nicht. Wieso es sich ausschließt. Der Mensch macht eben beides.

    “Das, was Sie sich darunter vorstellen” dürfte dann auch bei jedem Leser etwas anderes sein, sorry, … Ich muss Ihnen sagen: Völlig korrekt! Dem ist nichts hinzuzufügen. Weil es so ist!

    Nun, um Gewalt geht es inhaltlich. Dieser Kommentartext reißt eben diese Seite stark auf. Aber eigentlich nicht nur. Ich lese da viel Schönes. Darunter liegt viel Schönes. Ich kann nur gering bis wenig beeinflussen, was Sie lesen und damit anfangen, oder? Sie lesen das ja offenbar nicht. Dem ist dann so.

    Gewalt, ich würde gerne ganz ohne sie auskommen.

    Ich finde es auch schwierig jemanden zu fragen, ob er schon einmal mit jemanden gesprochen hat, der vergewaltigt worden ist. Woher wollen Sie wissen, dass ich das nicht habe. Das habe ich sogar, mehrmalig. Oder ob ich nicht gar auch schon Gewalterfahrungen gemacht habe? Soll ich das jetzt ausführen? Das wäre noch gewaltsamer.

    Was berechtigt mich nicht, über solches zu schreiben, indem ich mir auch über Gewalt sehr den Kopf zerbreche und auch noch aus sehr lebensbejahenden Gründen heraus?

    Ob das Schaffen von etwas Schönem – wenn es denn gelingt – auch Freude bereiten kann, kommt nicht in Betracht? Doch! Kam es auch schon, in vielen Beiträgen, Texten, hier und da. Und nur darum geht es mir!

    Jede Kommunikation gehe mit Gewalt einher… Puh! Überhaupt nicht! Wo steht das?

    Ich liebe Kommunikation, Gespräche. Wie kommen Sie überhaupt darauf? Ich versteh das gerade völlig und überhaupt nicht. Wenn Sie schreiben, Sie lesen meine Texte schon seit einer Weile, wie können Sie das überhaupt annehmen?

    Andererseits liegt der Stein (nun gesichtslos?) herum. Und das soll ihm auch noch Gewalt antun?! (Wer sagt Ihnen denn, das Bild weitergeführt, dass der Stein nicht mit dem Gesicht nach oben liegt und tausend Jahre lang in den Himmel träumt, während wir, Sie und ich, unser hektisches Leben führen?)

    Der Stein hat ebenso ein Gesicht. Und natürlich liegt er teils dem Himmel zu, und der Erde. Noch mal: Wo steht, dass er kein Gesicht hat, nicht dem Himmel zuliegt? Ich verstehe Sie überhaupt nicht. Ich sage damit nur, dass ich nicht weiß, wie es ist, ein Stein zu sein. Deswegen kann ich mir auch das mit der Gewalt schenken. Ich müsste ja annehmen, der Stein kann wahrnehmen. Ich weiß nicht, was ein Stein kann. Vielleicht kann er das ja. Ich finde ihn nur toll! Sie sollten das auch nicht auf den Körper mit Gesicht, der der Erde zuliegt, beziehen.

    Warum ich hier mit Nymphenbad kommuniziere? Öffentlich? Weil hier kann, was will, auf Aiga und Hybris!

    Dass es Ihnen kryptisch ist, daran kann ich nicht viel ändern. Ist keine Absicht. Ich selbst finde es ja nicht kryptisch. Deswegen kann ich mich mit Herr Nymphenbad unterhalten. Wären wir uns beide völlig kryptisch, hier würde nichts stehen.

    Machen Sie bitte die Annahme, dass das hier auch ein wertvolles Gespräch ist, zumindest für mich. Wie Herr Nymphenbad das gerade sieht, weiß ich nicht.

    Bleiben Sie lyrisch (auch in der Prosa)! Nichts anderes will ich. Zelebrieren aber auch. Geht beides?

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  12. Beckmesser schreibt:

    Vielen Dank für die ausführliche Antwort (Replik ja nicht…).
    Ich versuche es noch einmal, Punkt für Punkt auf Sie reagierend:

    Eine Pinnwand ist Gedächtnis. Notieren Sie sich keine Ideen, die Ihnen gefallen?
    Schon. Aber damit sind Sie eben im Bereich der Ordnung, die, wenn ich Sie richtig verstehe, vom „Spinnen“ unterlaufen werden soll. Spinnen, nicht „gewaltsames“ Ordnen sei ein adäquater Umgang mit der Welt, lese ich da.

    Ordnung vs. Hain? Verstehe ich nicht.
    Der Hain, zugegeben von Nymphenbad eingeführt: Ein Ort des „gelassenen“ Lebens, das sich keinen Konventionen beugt, sondern die verzauberte Welt als solche wahrnimmt. Das gute Chaos, gewissermaßen. Ordnung, Kultur, soll dagegen das Illusorische Tun der Vielen bezeichnen

    Ich muss Ihnen sagen: Völlig korrekt! Dem ist nichts hinzuzufügen. Weil es so ist!
    Ja, danke! Da können Sie zu jeder Frage sagen, die nach der Schärfe und Präzision Ihrer Begriffe fragt: „Denken Sie sich doch Ihres dabei.“ — Ich will aber wissen, was SIE damit meinen! Weil ich SIE verstehen, nicht mit mir selbst glasperlenspielen will! Von reflektierender Prosa, wie Sie sie hier anbieten, muss ich das erwarten!

    Ich kann nur gering bis wenig beeinflussen, was Sie lesen und damit anfangen, oder?
    Nein, Sie könnten klarer schreiben. Oder wieder zur Dichtung übergehen. Denn in der sind Sie klar.

    Was berechtigt mich nicht…?
    Klar, Sie können schreiben, worüber Sie wollen. Doch wenn Sie es hier, öffentlich, tun, kann ich nachfragen oder Bedenken äußern.

    Ich finde es auch schwierig jemanden zu fragen, ob er schon einmal mit jemanden gesprochen hat, der vergewaltigt worden ist. usw.
    Das finden Sie schwierig? Dann seien Sie beruhigt: Es war eine rhetorische Frage. Ich wiederum finde schwierig, wenn Sie die „Gewalt“, die es angeblich sei, das Sein eines Steines nachzuvollziehen, mit der tatsächlichen Gewalt eines solchen radikalen Übergriffs gleichsetzen. Ich benenne Ihnen nur den deutlichsten Unterschied: Kein Stein zwingt Sie, ein Ding zu werden. Vergewaltigte hingegen benennen, was ihnen widerfahren ist, oft als grausame Erfahrung der Verdinglichung, die das Selbst traumatisch verletzen kann. Kein Vergleich!

    „Kommunikation u. Gewalt“ — Überhaupt nicht! Wo steht das?
    In ihrem vorvorletzten Kommentar:
    Wir tun uns beide Gewalt an. Allein darin, dass ich für Sie annehmen muss, weil ich das aus meinem „System“ heraus auch so empfinde, dass es auch Ihnen eigentlich müßig sein muss, mir Ihres zu erklären zu versuchen.

    Wenn Sie schreiben, Sie lesen meine Texte schon seit einer Weile, wie können Sie das überhaupt denken?
    Das kann ich denken und auch formulieren, weil DIESE Texte hier (ich meine v.a. die immer schwammiger werdenden Kommentare, nicht „Chimäre Ich“) anders sind als, was ich von Ihnen kenne und schätze. Mein Kommentar oben ist der Versuch, kritisch auf den Punkt zu bringen, was daran anders ist und warum ich es für schwächer halte.

    Noch mal, wo steht, dass er kein Gesicht hat, nicht dem Himmel zuliegt?
    Keine Ahnung. Aber ich weiß auch nicht, was diese Passage von Ihnen bedeuten soll: Ein Stein z.B.. So denke ich: Was gewaltsames Bild! Denn der Körper ist ja doch Natur, der da liegt. Ich denke: Was Gewalt für diesen Körper!

    Ich sage damit nur, dass ich nicht weiß, wie es ist ein Stein zu sein. … Ich finde ihn nur toll!
    Das ist, pardon, banal! Sie können nicht wissen, wie es ist, ein Stein, ein Baum, ein Käfer, ein Leguan, ja nicht einmal ein Schimpanse zu sein. Geschenkt! Aber Sie, gerade Sie könnten es imaginieren, es zu Ihrer Sprache bringen. „toll“ ist nun wirklich die Worthülse per se!

    Dass es Ihnen kryptisch ist, daran kann ich nicht viel ändern.
    Doch, siehe oben. Ich frage abermals: Wenn Sie das hier als Privatdialog eines inner circle konzipieren, warum es dann für alles lesbar machen?

    Zelebrieren aber auch.
    Gut, nur dass diese Theorie-Texte nichts von der sprachlichen Feier haben, die Sie sonst ausrichten. Z.B. in „Auch Ich“, „Halbe“, „So oft ist Versehr“, „Sie trägt sich selbst“, „Rote Arbeit“ (um nur aus aiga&hybris zu beziehen).
    Mit „lyrisch“ meine ich nicht Strophen, Verse und Metrum. Auch Ihre Prosa wirkt lyrisch. Mal mehr, mal weniger, das ist normal. Nur: Mit diesen Dialogtexten lassen Sie sich von Nymphenbad gewissermaßen aufs Terrain der theoretischen, von mir aus philosophischen, Reflexion führen, das Ihres nicht ist. Sie können auf andere Weise viel mehr sagen!

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  13. rotebastardin schreibt:

    Ich nachvollziehe gern. Bin auch immer daran interessiert, was mir der Andere über sich und seine Welt erzählt. Ich schreibe ja auch mit Ihnen. Sie dürfen dazu tun, was Sie dazutun. Zu reagieren ganz allg. ist wunderbar. Ich finde es sogar sehr schön, dass Sie schreiben: Ich will Sie verstehen (Nur können Sie es offenbar nicht!). Und dennoch können Sie sich auch immer Ihres denken. Denn mir fiele gar nicht ein jemandem zu sagen: Du hast das so zu sehen, wie ich es sehe!

    Pinnen, spinnen. Noch mal, weil ich ja nicht müde werde: Der Mensch macht eben beides. Ich versuche doch nicht hops zu nehmen, dass wir ein Gedächtnis haben. Was daran ist gewaltsames Ordnen? Ich verstehe ja irgendwie, dass Sie das nun dem Ordnungswillen zurechnen, aber Sie machen auch schon den Fehler zu glauben, dass ich meine, etwas zu ordnen würde für mich immer mit Gewalt einhergehen.

    Ordnung und Tun. Jeden Tag habe ich damit zu tun. Die Vielen, die mich ja doch immer interessieren, der Einzelne. Illusion hin oder her. Auch das: Sie sollten nicht annehmen, der Mensch, die Vielen, das wäre mir egal. Für jemand anderes gehöre ich zu den Vielen. Was eine Illusion ist, damit könnte ich nun wieder versuchen einen ganzen Beitrag zu füllen. Auch das nur im Versuch, ob ich das dann völlig fassen kann, ist zu bezweifeln.

    Und nein, ich kann nicht klarer schreiben als ich es tue. Es reicht mir, dass es mir klar ist. Ich erwarte aber auch von niemandem, dass es ihm klar ist. Wenn es aber doch so ist, dann ist das natürlich ein Gewinn für beide. Zumal ich nur für mich selbst entscheiden kann, ob ich theorietauglich bin oder nicht. Ob ich mich auf dieses Feld begebe oder nicht. Sie dürfen das hier schwach finden. Ich finde es nicht schwach. Sie dürfen es auch nicht lesen, wenn Sie mögen. Aber es interessiert Sie.

    Der Fehler ist, Sie beziehen das dauernd auf den Stein. Ich beziehe es auf mein Bild, in das ich mich einpasse, weil mir nur das möglich ist. Ich versuche einen anderen Satz: Würde ich ernsthaft versuchen nachzuvollziehen, was Natur ist, wie sie „funktioniert“, was ich, anbei bemerkt, auch gar nicht kann, ich kann mich nur aussetzen oder Situationen ausgesetzt sehen und mich darin erleben, weil ich ebenso Natur bin, ich würde es doch eher gewaltsam erfahren. Ich erfahre Natur lieber auf schöne Weise. Da gibt es ja sehr viel, was ich jetzt aufzählen könnte. Auch dass es so etwas wie Vergewaltigung gibt, ist etwas, in der Welt Gegebenes. Wie das dann wirklich ist, das weiß nur der, der diese Erfahrung gemacht hat. Aber ich billige auch jedem zu, dem das nicht passiert ist, dazu etwas sagen zu können. Jeder aus seiner Perspektive. Allein weil wir Triebe haben. Lieber / Liebe Beckmesser (-in), Sie dürfen davon ausgehen, dass ich selten von etwas schreibe, das außerhalb meines Erfahrungsbereiches liegt.

    “Kommunikation u. Gewalt” — Überhaupt nicht! Wo steht das?
    In ihrem vorvorletzten Kommentar:
    Wir tun uns beide Gewalt an. Allein darin, dass ich für Sie annehmen muss, weil ich das aus meinem „System“ heraus auch so empfinde, dass es auch Ihnen eigentlich müßig sein muss, mir Ihres zu erklären zu versuchen.

    Nein, steht dort nicht. Dort steht, dass es gewaltsam wäre zu versuchen es völlig nachvollziehen. Nicht das Kommunizieren an sich ist gemeint. Denn, wie oben bereits geschrieben, der Andere und wie das mit ihm und der Welt ist, das interessiert mich immer. (Habe mich darin sogar als Manikerin bezeichnet. Aber das haben Sie wohl überlesen.) Nur werde ich seine Welt nie so begreifen können, wie er es kann und tut. Weil ich der Andere nicht bin.

    Klar kann ich mich als Schimpansin imaginieren. Habe ich auch schon. Einmal in einem öffentlichen Text. Einmal in einem nicht öffentlichen, der an jemanden ging. Gerne auch als Stein.

    Toll! Das ist ein tolles Wort. Kommt von Tollheit. Völlig verrückt!

    Ich konzipiere hier gar nichts als inner circle Privatdialog. Carl Nymphenbad im übrigen auch nicht. Wir kommunizieren offenbar gerade so. Sie sind doch jetzt auch mit dabei, oder?

    Zelebrieren. Nein, das tue ich hier gerade nicht. Habe ich aber auch nicht geschrieben. Das haben Sie so gelesen, hierauf bezogen. Alle Textbeispiele, die Sie geben, sprechen sicher eher dafür.

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  14. Beckmesser schreibt:

    ich kann nicht klarer schreiben als ich es tue. Es reicht mir, dass es mir klar ist.
    Da sind wir beim springenden Punkt. Wenn Ihnen das reicht, okay. Das Leben vor mit ist zu kurz, um theoretische Texte zu lesen, die absichtlich vage und begrifflich uneindeutig daherkommen. Auch damit stehen Sie in einer philosophischen Tradition: Böhme – Heidegger – Nymphenbad.

    Zumal ich nur für mich selbst entscheiden kann, ob ich theorietauglich bin oder nicht.
    Ein anderes Wort dafür: Beratungsresistenz. Auch in Ordnung. Da Sie sich offenbar von mir bevormundet fühlen und zugleich, wie Ihr letzter Kommentar zeigt, nicht verstehen, was ich Ihnen mitteilen will, beende ich meine Intervention hier. Und warte ab, in welche Richtung Ihr Schreiben sich entwickeln wird.

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  15. rotebastardin schreibt:

    Erhebe mich vom Tisch. Böhme, Heidegger und Nymphenbad können kurz ohne mich weiter, …

    Beckmesser, ich habe gerade Hoffnung, Sie haben doch noch verstanden! Geht das, obwohl Sie ein Beispielbeckmesser sind? Wie kommt man denn auf so einen Nicknamen? Denn:

    Beratungsresistenz. -Ich will nicht beraten werden, ich will Austausch! Gegenseitigkeit. Kommunikation. Nur dafür will ich anfällig sein. Würde es Ihnen gefallen, wäre es Ihnen angenehm, ich würde ausschließlich beratend an Sie herantreten?

    Dass der Dialog mit Ihnen hier genau das wiedergibt, wovon ich theoretisiert habe, ist Ihnen aufgefallen? Bestimmt! Ganz sicher! Beckmesser eben. In vollem Umfang einer gegenseitigen Unmöglichkeit. Und jeder von uns beiden denkt natürlich, er habe es versucht, habe sein Bestes gegeben!

    Wenn ich Ihnen schreibe: Polyperversion. Ist zunächst das, was Sie sich darunter vorstellen. Ansonsten: Ichauflösung im Liebesakt. Das, was ich mir zumindest darunter vorstelle. Jetzt gerade.,

    dann habe ich Ihnen näher gebracht, was ich mir darunter vorstelle. Mehr sogar, indem ich annehme, Sie stellen sich darunter vielleicht etwas anderes vor, etwas, das von meiner Vorstellung abweicht. Das rührt natürlich immer an der Begriffsproblematik als solches. Aber ich gehe nicht davon aus, dass wir etwas völlig Ungleiches darunter verstehen. Sonst wäre jeder Versuch miteinander zu sprechen, zu schreiben, sinnlos. Aber Abweichungen sind immer da. Und so fragt man eben nach, was der Andere darunter versteht. Nur das ist Austausch und Kommunikation. Gegenseitiges Interesse. Sie und ich können nicht mehr tun als nachzufragen. Und lassen kann man es noch.

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  16. rotebastardin schreibt:

    Lieber Leser / liebe Leserin,

    dies hier: Aiga und Hybris, ist ein Gedächtnis. Nicht nur meines. Eines von Vielen. Jeder, der hier Texte einstellt oder sie kommentiert, füllt es. Dass Sie einem Menschen sagen, was er tun soll oder zu lassen hat, indem Sie mir anraten: Hör´ auf zu theoretisieren, dichte!, haben Sie nicht verstanden, dass auch hierüber, dass ich theoretisiere, Text entstehen kann. Wie arg für mich. Das Wort gewaltätig spare ich mir jetzt, will Sie ja nicht zu hart anfassen.

    Könnte ich aber machen. Wie ich schon in eine Krise geraten könnte, dass man immer wieder, ach so menschlich, vermeintlich sensibel auf das Thema Vergewaltigung anspringt, sobald es einer wagt, dieses Wort zu verwenden: Haben Sie mal mit jemandem, dem das passiert ist, gesprochen usw., steht dann da. Wie können Sie es wagen?

    Es sei Ihnen gesagt: Ich wage es! Wage sogar noch ganz anderes. Ich wage es, weil ich ein Mensch bin. Wie Sie.

    Wie konnte Lynch es wagen, so etwas im Film zu thematisieren? Der ja, soweit ich weiß, diese Erfahrung nicht gemacht hat. Eher eine schöne Kindheit, nach eigener Angabe, hatte.

    Ich, read An, würde mich sogar mit einem Vergewaltiger / -in unterhalten. Ich habe jemanden ins Herz geschlossen, der einem Menschen einmal so etwas angetan hat, als er noch sehr jung war. Warum? Wie kann ich nur? Ich kann: weil es menschlich ist!

    Ich könnte Sie hier, wenn ich wollte, allein durchs Wort angehen, dass es Ihnen unangenehm wird. Sie erfahren dann etwas über sich, durch mich, weil sie mich erfahren. Meinen Trieb.

    Beck me! Also you? -Nein, danke! Wieso auch?

    Im Grunde muss ich mich bei Ihnen bedanken, Beckmesser! Weil Sie sich hier einstellen, sich als Beckmesser hinzugeben.

    Ich könnte sogar behaupten, ich selbst war es. Was, lieber Leser / liebe Leserin, auch sonst?!

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  17. Beckmesser schreibt:

    Da Sie, read An, mich noch einmal ansprechen (obwohl unter „ferner liefen“), möchte ich doch von mir aus noch einmal versuchen, etwas zu erklären:
    1) zu …haben Sie nicht verstanden, dass auch hierüber, dass ich theoretisiere, Text entstehen kann.

    Text kann aus sehr vielem entstehen. Er kann entstehen, wenn Sie eines Nachts auf der Tastatur Ihres Computers einschlafen und am Morgen mit einem Dokument voller Zeichen aufwachen. Auch Text. Die Frage ist nur: Wie gut ist ein Text oder eben nicht. Und da gehen die Meinungen auseinander. Ich schätze Ihre Dichtung höher als Ihre Theorie. Macht nix. Kann einem bei Goethe genauso gehen, und der hat’s ja auch anders gesehen. Auch Sie können anders denken. Ich werde meine Meinung jederzeit so begründen, wie ich es oben getan habe. Ausdrücklich habe ich vermerkt, dass sich meine Kritik auf etwas in Ihren Kommentaren bezog, nicht auf Chimäre Ich, den ich eher zur Dichtung zählen würde. Insofern trifft die Collage unter Ihrem Brief an die „lieben Leser“ mich nicht.
    2) Was die Vergewaltigung betrifft, nehme ich meine Kritik teilweise zurück. Nachdem ich eben Ihren Text oben nochmals las, räume ich ein, ihn missverstanden zu haben. Ich habe das „einfach so Liegenbleiben“, von dem Sie schreiben, intuitiv mit dem Stein verknüpft und dann den Sprung zur Gewalt und Vergewaltigung („schlimmer als…“) nicht verstanden.
    Aber: Ich verstehe ihn auch jetzt nicht. Und nicht etwa, wie Sie insinuieren, weil ich zu dumm oder zu kleinbürgerlich-beschränkt wäre (gegen Lynch, gegen Sie und so…), sondern weil Ihr Text an dieser Stelle nicht (oder eben nur Ihnen) verständlich ist. Sie schrieben, das reiche Ihnen. In Ordnung, nichts dagegen. Mir nicht.
    3) Natürlich haben Sie recht: Indem ich hier kommentiere, werde ich Teil Ihres Blogs, Ihrer Literaturwelt, und Sie können mit meinen Texten machen, was sie wollen. Darum schweige ich zumeist hier und anderswo in der Blogosphäre. Dass ich es hier einmal riskiert habe zu schreiben, ist eben: mein Risiko.

    B.

    PS.: Sie sollten Sensibilität gegenüber dem Thema Vergewaltigung (das ein gesellschaftliches sein sollte!) nicht klein reden, nur weil Sie mit Vergewaltigern befreundet sind.

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  18. rotebastardin schreibt:

    Lieber / liebe Beckmesser(-in),

    alles gut! Erzeuge gerade Chimärengesichter. Bin gerade voll im Rumspielmodus.

    Der „Spießbürger“ ist immer ein allgemeiner. Jemand, den ich nicht kenne. Jeder geht doch irgendeinem Treiben nach, oder lässt sich an die Kandare nehmen. Auch ich zahle meine Rechnungen. Bisher.

    Auch ich: immer wieder auch ich.

    Sie dürfen hier vorbeischneien. Ich kommuniziere doch mit Ihnen. Im Grunde konnte ich dadurch meine „Theorietexte“ noch präziser fassen. Konnte nachjustieren. Obwohl das ja eigentlich, in erster Linie, „nur“ ein Dialog war.

    Mein sog. Vergewaltigerfreund ist, ob Sie das nun glauben oder nicht, ein herzlicher Mensch. Er hat mal einen Fehler gemacht. Sicher! Aber er ist und bleibt Mensch für mich. Woher z.B. wollen Sie wissen, ob nicht auch Sie jemanden kennen, der einen anderen Menschen in der Weise verletzt hat. Ist ohnehin ein schwieriges Thema. Schwierig schon für beide Seiten manchmal(!) gegenseitig einzuschätzen, ab wann eine Grenze überschritten ist. Passiert ja auch in ganz vertrauten Situationen, mit Menschen, die sich „kennen“. Es ist nicht immer der Fremde, der sog. Triebtäter, der ebenso Mensch ist. Was für einen Umgang die Gesellschaft finden muss, ist ebenso schwierig zu beantworten. Sollte. Das Gehirn wird von allen Seiten beforscht, Beckmesser, und doch weiß man nur wenig. Mich hat Wolf Singers Forschung immer sehr interessiert, eben auch hinsichtlich ethischer Fragen, die sich dadurch ergeben. Ich bin dem Menschen zugetan. Auch dem, was mir fremd ist, ich nicht kenne. Immer in der Hoffnung Umgang zumindest im Kleinen zu finden. In der Begegnung. Nicht nach einem Schuld-Sühne-Prinzip zu leben, wie es da draußen funktioniert. Wir beide haben doch auch eine Leistung erbracht. Sie konnten mich nach einer Weile, durch diesen Dialog, besser verstehen, wie ich Sie. Gerade weil Sie sich dadurch individuell empfinden und es auch sind. Wir haben über uns nach:gedacht.

    P.S. Ich weiß, dass Sie den Text Chimäre Ich damit nicht meinten. Ein Dialog ist schwieriger. Nie so klar. Er ist eine Herausforderung. Der Alltagssprache wegen. Zumeist: Diktatsprache.

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