Inzest und die schöne Wissenschaft

Du warst. Hast nie das Licht der Welt erblickt. Warst im Bauch meiner Mutter. Warst mein Bruder. Ich hätte mich wohl zu dir ins Bett gelegt, dich geküsst und umfasst, dich geherzt und geschmerzt. Hätte dir zugeflüstert:
Manchmal betäubt mich das Wissen, mein Lieb.
Was weißt du von mir? Was weiß ich von dir? Fühlst du mich? Ich fühle dich.
Es ist Lärm um uns herum. Der Asphalt ist ein Teppich aus klitzekleinen Steinen. Eine Straße der Lastkraft, die ins Reich der großen Maschinen führt, die mein Trommelfell einreißen.
Halt´ mir die Ohren zu, ich will das nicht hören! Will dir lieber mein Wort in dein Ohr geben.
Mein Voodooherz blutet, mein Lieb. Pumpt. Schlägt. Schlägt dagegen an. Ich trommle. Du trommelst.
Ich gebe dir mein Wort! Ich schwöre, es ist ein großes Indianerehrenwort!
Wir ziehen uns über unsere Wangen mit den Fingern jeweils zwei Streifen Blut vom Anderen.
Der Vater liebt die grausame Wissenschaft. Wirbt um Schmerzmänner und Schmerzfrauen.
Zwistlos kollegiale.
Die Mutter lässt das Kind auftreten.
Ich höre Höllenschreie.
Hörst du sie? Sie wollen gehört werden. Werden nicht mehr werden. Werden nicht mehr wehen.
Wehen. Wellen. Natur. Der Flugsame im Wind.
Himmlisches Kind.
Die Mama lässt sich von Heilmännern lieben.
Der Papa von Heilfrauen.
Der Schmerzfrau ist der Papa Heilmann.
Die Mama dem Schmerzmann Heilfrau.
Komm, lass uns unsere Wunden lecken, uns küssen und unser Geschlecht entdecken!
Wir spielen „Die-schöne-Wissenschaft“.
Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Amantes amentes veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s