Zweifell

Wir haben verwahrt, aufgebahrt und hergerichtet.
Die Tische. Die Stühle. Auf den Tellern
die Masken. Die gelösten
Zungen im Glas.
Nun ist dieser Raum
offenen Mundes
für immer zu schließen.
Das Rätsel der Frau
Herkunft oder Umwelt
Vor einer roten Wand
entkleidet sich die Sphinx zweier
Felle, kommt näher
und streift die Haut auf
Die Tiefe
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4 Antworten zu Zweifell

  1. Iris schreibt:

    Diesen Text finde ich ziemlich wunderbar. Muss immer wieder nachsehen, ob er noch so da steht.

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  2. rotebastardin schreibt:

    Liebe Iris, hallo! Ich musste lachen:

    …, ob er noch so da steht.

    Bin ich schon so berüchtigt?

    Es gibt da auch Zwei, die haben das ebenso bemerkt und archivieren meine Texte hin und wieder, privat und vorsorglich, denn ich könnte ja wieder …

    -Frechheit!

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    • Iris schreibt:

      🙂 Berüchtigt? Davon weiß ich nichts.
      Mein Satz war nicht als Anspielung gemeint, sondern als Ausdruck meines Wunsches, der Text möge (etwas länger) bleiben, nicht unbedingt hier, sondern bei mir.
      Das Internet fließt durch mich hindurch, wollte ich es aufhalten, und sei es nur teilweise, ich würde darin ertrinken. Also lasse ich es fließen, halte nichts fest, das sich nicht von selbst verhakt, schaue nur hin und wieder genauer und bewusster und mehrfach hin, wenn mich etwas sehr anspricht, in der Hoffnung, es möge bleiben, zumindest als Eindruck.
      Ich kopiere keine Texte, hatte bei diesem zwar kurz daran gedacht, lasse es aber. Meiner Erfahrung nach und für mich ganz persönlich ist es so, dass das Festgehaltene, Konservierte an Reiz und Glanz und Tiefe verliert, dass es letztlich stirbt. Wenn ich es (in Bewegung, auch in sich entfernender) lasse, lebt es weiter, mit etwas Glück sogar in mir.

      Was die Praxis des nachträglichen Texte Veränderns oder Entfernens betrifft: Die erlebe ich bei einigen Bloggerinnen, auch bei mir. Das kann verwirrend sein, manchmal vielleicht auch ärgerlich oder enttäuschend, gehört aber zur Freiheit und Lebendigkeit des Schreibens im Netz, wie ich finde.
      Deshalb nochmal: Keine Anspielung auf Ihren (deinen?) Umgang mit Blogtexten, sondern reiner Ausdruck meiner Affinität zu Ihrem (deinem) Text.

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  3. rotebastardin schreibt:

    Ihre. Du.

    Wie Sie mögen. Da Sie es sind. Solange bleibe ich beim Sie. Ich kann beiden Formen etwas abgewinnen. Würde aber nicht mit jedem ins Du gehen wollen.

    Etwas löschen. Natürlich. Wieso nicht, wenn es kein Dialog von Zweien ist. Oftmals kam der gelöschte Text auch wieder. Zeiten später. Oder Teile davon.

    Ja, das Netz ist schnell, liebe Iris. Das stimmt. Und so bin ich das Bloggen momentan sehr müde. Damit meine ich weniger ein Weblog zu haben als so manchen Dialog, der sich einfach nur noch ins Schreien dreht. Deswegen, glaube ich, kann ich im Netz nicht ertrinken. Aber vielleicht liegt es auch nur daran, dass mein Winterfell nun geploppt hat und jetzt zu allen Seiten absteht.

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