Samurai-Ich

Du willst sie nicht.
Du teilst sie nicht aus.
So hoffe ich!
Sie widerfährt dir dennoch.
Unablässig. Selbst wenn du zu Stein…,
um andere nicht…
Tausend Köpfe, die rollen. Tausend Köpfe, die mir gehören. Noch größer der Schmerz, den ich empfinde. Und immer die gleiche Physiognomie des Gesichts. Nur der Ausdruck ist stets jeweils ein anderer. Was bleibt, ist der Reflex eines Ichs unter tausenden nachwachsenden Köpfen unmittelbar, sobald es die Augen öffnet, das Schwert zu ziehen, dem jeweiligen Ich, das sie mir abschlägt, den Kopf abzuschlagen. Ein Reflex, der sich verliert im Versuch. Ein Ich, das ebenso den Kopf verliert einbüßt, doch immer wiederkehrt. Perfektes Samurai-Ich. Ein glatter Schnitt. Einmal. Ganz nah. Und es wäre getan.
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4 Antworten zu Samurai-Ich

  1. Beckmesser schreibt:

    Ein interessantes Text-Ensemble. Ich kann nicht sagen, dass ich die Verse zu Beginn verstünde, aber das liegt sicherlich an mir.
    Im Prosa-Teil ist mir eine Stelle aufgefallen:
    Nur der Ausdruck ist stets ein anderer.
    Das ist paradox. Entweder etwas ist „stets“, also dauerhaft, oder es ist immer anders. Ich würde „jeweils“ empfehlen.

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  2. rotebastardin schreibt:

    Präzis wie stets, Beckmesser! (emphatische Ausrufe in alle gebotenen Richtungen: streng dosiert)

    Entgeht Ihnen auch mal was?

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    • Beckmesser schreibt:


      Nein, ich habe Ihre Antwort nicht übersehen. Allerdings „überblicke“ ich sie nicht und habe daher gezögert, zu reagieren. Wir haben uns ja schon einmal über das, was ich an Ihren (diskursiven, nicht den poetischen) Aussagen kryptisch finde, ein wenig gestritten.
      Wenn ich aber antworten werde, dann dort, direkt darunter.

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  3. rotebastardin schreibt:

    Wie, Beckmesser, darf ich kryptisch nun verstehen? Ich gehe ja davon aus, dass Sie bei der eigenen Verwendung von Worten nicht weniger aufmerksam sind.

    Was also meinen Sie?

    Safer Botschaften
    Oh, Verborgenes
    Oder doch einfach nur: schwammig

    Ist ein Versuch Sie zu verstehen, denn ich selbst kann mich kaum kryptisch finden. In meiner Krypta. In meinem Kryptoei.

    Können Sie mir denn beschreiben, was nun diesen letzten Crashkommentar von mir an Sie so kryptisch macht? Es interessiert mich einfach. Denn Sie schreiben ja nicht: Ich verstehe Ihre Aussagen nicht, Sie schreiben: Ich finde sie kryptisch. Hingegen: In Ihrer Lyrik sind Sie klar. Und das wiederum verstehe ich. Und warum das so ist.

    Wenn ich es nun schaffe Ihnen zu vermitteln, wie Sie meiner Kryptik beikommen können, indem ich Ihnen beibringe sie zu lesen, wären Sie das 2te Mitglied meiner, ab dann: Kryptocrew. Und dass es nicht mehr Mitglieder sind, Beckmesser, hat Gründe: exakt zwei.

    Kryptisches Ich. Oder muss doch ein anderer Begriff her? An sich aber ein durchaus interessantes Thema.

    Ich selbst halte mich an das (Interesse vorausgesetzt):

    -Glasperlen vom Tisch fegen
    -nachfragen
    -den eigenen Kopf immer warmhalten

    Und noch das zum Thema: Es gibt Texte, Gedichte, die subsumiert man larifari unter dem Begriff kryptisch: kann man sonst was drunter finden. Manche aber, so meine Wahrnehmung, sind einfach präzise. Sind klar. Auf unterschiedlichste Weise.

    Was das nun mit diesem Begriff zu tun hat: Kann man sich fragen.

    Was also lässt Sie zögern? Dass Sie nicht „überblicken“?
    Sie haben ja alle Möglichkeiten. Sie können auch einfach nicht antworten. Zögern aber brauchen Sie nicht. Bin ein freundliches Alien.

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